Christopher Schacht, Mit 50 Euro um die Welt, Wie ich mit wenig in der Tasche loszog und als reicher Mensch zurückkam.

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Das ist keine Geschichte aus den 60iger oder 70iger Jahren von irgendeinem Aussteiger- oder Hippieleben, sondern ein ganz aktueller Tatsachenbericht, von einem intelligenten Jungen, der nach dem Abitur, anstatt gleich nahtlos auf die Uni zu wechseln um seine intellektuellen Talente weiter zu entfalten (was ursprünglich wohl der Plan war) zuerst ein Gap-Year bzw. gleich vier davon einschiebt. Dass es vier werden, war im vorhinein nicht absehbar, für ihn aber dann auch nicht weiter von Nachteil, denn das, was er in diesen vier Jahren an Lebenserfahrung erhalten hat, hätte er in der gleichen Zeit auf keiner Universität der Welt lernen können.

Er startet mit 19 Jahren von zuhause, mit einem großen Rucksack und 50 Euro „Urlaubsgeld“. Dabei hat er außerdem eine großen Portion Freundlichkeit, Flexibilität, Charme und Arbeitswillen.
Sein Plan ist: allein einmal um die ganze Welt. Ohne Flugzeug, ohne Hotel und ohne Kreditkarte.
Am Ende hat er 45 Länder bereist und 100.000 Kilometer zu Fuß, per Anhalter und auf Segelbooten zurückgelegt. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Goldwäscher, Schleusenwart, Babysitter und Fotomodell u.a., verbrachte Zeit unter Ureinwohnern und Drogendealern und durchquerte einige Krisengebiete des mittleren Ostens, was nicht ungefährlich war.

Aus den Erfahrungen dieser vier Jahre hat er ein Buch gemacht. Literarisch meines Erachtens nicht unbedingt ein Hit, dafür humorvoll und prall voller Lebenslust und Lebensfreude. Mit großer Neugierde und Interesse an den Menschen und Dingen um sich herum, legt er die Strecke „einmal um die Welt“ zurück und läßt sich von irgendwelchen Widrigkeiten immer weniger aus dem Konzept bringen.
Das Buch ist weniger als Literatur zu lesen, vielmehr als so was wie ein Ideengeber, wie Erwachsenwerden in unserer durchkommunizierten und durchdigitalisierten, dauerkontrollierten und dauerverbundenen Welt auch heute noch möglich ist. Am Ende weiß Christopher, dass es die einfachen Dinge sind, die glücklich machen und dass es im Grund nur sehr wenig zum Leben wirklich braucht.
Als Eltern könnten wir uns anstecken lassen von diesem Mut zum Abenteuertum und Aufbruch in unbekanntes Risiko. Wir könnten etwas loslassen von unserer Helikopterhaftigkeit, die sich in uns in unserer heutigen Welt fast schon wie zwanghaft bildet. Wir könnten darauf vertrauen, dass sich auch unter den Füßen unserer Kinder ihr ganz eigener Lebensweg ganz von selbst entfalten wird. Auch ohne unser Zutun.

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