Jocelyne Saucier, Ein Leben mehr: Roman

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Drei alte Männer im Wald in Kanada. Ganz abgeschieden leben sie in ihrer jeweils eigenen Holzhütte an einem See, denn alle drei haben einen Grund, weswegen sie vor dem Rest der Welt geflohen sind.
Sie wollen nochmal frei sein auf ihre alten Tage. Zusammen sind sie mehr als 200 Jahre alt.

Eines Tages aber ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei.
Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, die nach einem der letzten Überlebenden der Großen Brände, einem gewissen Boychuck, sucht. Kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige, zierliche Dame, ebenfalls hochbetagt, die die vergangenen 60 Jahre ihres Lebens in der Psychatrie verbracht hat. Beide Frauen bleiben.

Und zwischen diesen Menschen entstehen Beziehungen, die keiner der fünf erwartet oder noch für möglich gehalten hätte.

Die Geschichte ist wie ein Märchen, angesiedelt irgendwo zwischen Realität (die großen Brände in Kanada zu Beginn des letzten Jahrhunderts gab es wirklich) und Utopie. Und sie zeigt, dass Liebe, Hoffnung und Freiheitsdrang kein Alter kennen.

Das Bändchen ist ganz dünn aber unglaublich dicht in der Sprache und die Emotionalität ist so berührend, obwohl mit ganz zurückhaltenden beschrieben, dass es direkt ins Herz geht.

Und dann so Sätze wie: Am Abend trafen sie sich und „ließen ihre Gedanken sich selbst aussprechen“. Ich meine, wie kann man zwischenmenschliche Kommunikation besser beschreiben als mit diesen 5 Worten?

Bei Amazon als Taschenbuch für 11,- Euro erhältlich, ISBN: 978-3458361893